Neuer Dresscode und „Duzen“ – Überflüssig oder kulturelle Weichenstellung?

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In den letzten Tagen habe ich ein sehr interessantes Podcast-Interview mit Petra Waldminghaus veröffentlicht. Petra Waldminghaus ist Expertin für Outfit, Wirkung und Auftritt und hat mit mir über Dresscode, Modetrends und No-Go´s im Business gesprochen. Wir haben uns über sehr viele positive Reaktionen gefreut – allerdings gab es auch eine kritische Stimme, die darauf verwies, dass die Themen „Neuer Dresscode“ und „Duzen“ doch Luxus-Probleme (und unnötig) seien und Führungskräfte Wichtigeres zu tun haben als sich damit auseinanderzusetzen. Das sehe ich etwas anders und möchte mit diesem Blogbeitrag kurz meine Perspektive erläutern, denn sowohl ein veränderter Kleidungsstil als auch ein „Du“ beeinflussen die kulturelle Ebene in einer Organisation enorm. Sind Sie sich dieser Wirkung bewusst?
Ich bin davon überzeugt, dass die Digitale Transformation nur gelingen kann, wenn Organisationen auch die kulturelle Transformation massiv vorantreiben. Denn es braucht mehr Partizipation und Mitgestaltung, damit die Herausforderungen des Wandels erfolgreich gemeistert werden können. Und hierbei kann das „Du“ ein kulturelles Gestaltungsinstrument sein. Und genauso kann auch der veränderte Dresscode eine bestimmte Wirkung erzielen. Beide Aspekte schaffen eine neue Kommunikationsebene – zwischen Mitarbeiter und Führungskraft und auch zwischen Mitarbeiter und Kunde. Unter diesen neuen Voraussetzungen begegnen sich sich die Gesprächspartner eher auf Augenhöhe und Distanz wird dadurch überwunden. Ich habe bereits in vielen Projekten bewusst auf ein „Du“ mit allen Beteiligten gesetzt und meine bisherigen Erfahrungen und Feedback der Beteiligten sind absolut positiv.

Anbei ein kleiner Auszug aus meinem Buch „New Leadership im Finanzsektor – So gestalten Banken aktiv den digitalen und kulturellen Wandel“ (erschienen bei SpringerGabler, 2020)
Kapitel 3.2 Mut zur Veränderung: Der Orbit einer Führungskraft (S. 173)

„Nur die Krawatte wegzulassen ist noch kein Indiz für Agilität“
Die klassisch-formelle, leicht angestaubt wirkende Businesskleidung wurde in jüngster Vergangenheit in vielen Branchen durch den Dresscode „Business Casual“ abgelöst. Selbst der konservative Finanzsektor oder auch Vorstände von Dax-Konzernen haben teilweise ihre Krawattenpflicht abgeschafft und versuchen, durch einen neuen Look mehr Modernität und Kundennähe zu demonstrieren. Aber lassen Sie sich nicht verleiten, nur auf das Tragen der Krawatte zu verzichten und alles andere beim Alten zu belassen. Wenn Sie optisch ein Zeichen setzen möchten und deutliche Veränderungen im Erscheinungsbild beabsichtigen, ist eine vollständige Überarbeitung des Dresscodes anzuraten. Eine zum Unternehmen passende Kleiderordnung stiftet zudem Identität und sorgt gleichzeitig für mehr Sichtbarkeit und Kundennähe. Für eine moderne und offene Bank, die ihren Kunden auf Augenhöhe und partnerschaftlich begegnen möchte, haben das Erscheinungsbild und Auftreten der Mitarbeiter eine besondere Gewichtung. Ein zeitgemäßer, moderner Look strahlt diese Offenheit und Zukunftsfähigkeit aus.
Nutzen Sie diese Weichenstellung, um die inneren, kulturellen Werte Ihrer Bank sowohl nach innen als auch nach außen sichtbar zu machen.

Zur Podcast-Folge mit Petra: https://new-leadership-training.de/031-erfolgsfaktor-erscheinungsbild-persoenlichkeit-im-business-wirksam-sichtbar-machen

Mehr zum Buch „New Leadership im Finanzsektor“: https://corinna-pommerening.de/buch/ oder auf Amazon: https://amzn.to/314hZf3

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Mehr über Corinna Pommerening

Corinna Pommerening ist Bankbetriebswirtin, professionelle Vortragsrednerin und Impulsgeberin, zertifizierte Employer Brand Managerin, Autorin von mehreren Fachbüchern und Podcasterin.

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